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Version vom 09:33, 12. Apr 2019

   

Theater der Oberstufe 2019 - "Who the f*** is Alice?"

Natürlich kommt der blühende Unsinn, den schon John Lennon so an Lewis Caroll geschätzt hat, nicht zu kurz. Wenn der Hutmacher (Can Wille) in der Teegesellschaft, bei der es immer Punkt fünf ist, seine Wortspielchen und Logikrätsel sprudeln läßt, kräuseln sich zuverlässig die Gehirnfäden. Aber Nicole Kassankes Inszenierung , eine lockere Collage von Szenen aus „Alice im Wunderland“, legt mehr Wert darauf, die Begegnungen, die Alice unter der Erde widerfahren, als Reise zu sich selbst zu präsentieren.

Mit den teils bizarren, teils undurchdringlichen Gestalten des Kaninchenbaus konfrontiert wie der Raupe (Lisa Genter) oder Humpty Dumpty (Daniele Bödeker, Marie Manderscheid) kommt Alice (Elisa Woyke) irgendwann zur Einsicht:“Ich bin nicht ich!“ In dieser fremden Welt nützen ihr die gewohnten antrainierten Verhaltensregeln nicht mehr, sie büßt die Orientierung ein. Die Regie unterstützt dieses „Verlorengehen“, indem die „Entirely Bonkers“ einzelne der verwirrenden Begegnungen musikalisch verstärken und die Gesangsbeiträge des Schauspielteams unterstützen.

Ein weiterer zündender Einfall ist es, neben der eigentlichen Alice, deren Lebenshintergrund das starre viktorianische England ist, eine zeitgenössische zweite Alice (Tasida Ohmert) spielen zu lassen, die in ihrem modernen Knast aus Selbstoptimierung, Fressattacken, Ballerspielen und Konsumorgien leidet. Das mitreißende Spektakel führt die beiden am Schluss zusammen, bevor der „Weiße Ritter“ (Stefanie Brendler) „Mad World“ von Tears for Fears anstimmt, ein Stimmungsbild, das die Spannung des Stücks noch einmal atmosphärisch bündelt.

Wenn Alice, genervt von der notorischen Widerborstigkeit ihrer neuen Bekannten, einmal aufstöhnt:“So etwas Unergiebiges ist mir noch nie begegnet“, dann ist es den Zuschauern genau umgekehrt ergangen. Langer, begeisterter Beifall für die schwungvolle Regie Nicole Kassanke), die skurril-phantasievollen Beiträge von Bühnenbild und Maske (Susanne Rosier und Sonja Steiger) und vor allem dem packende Spiel des ganzen Ensembles.

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