Am 19.08.11 machte ich mich gespannt und erwartungsvoll, aber auch mit einem komischen Gefühl im Bauch, auf den Weg nach Königswinter zur CJD, einer modernen Schule mit Internatseinrichtung. Während der Autofahrt stellte ich mir Fragen wie „Kann ich mit den anderen Teilnehmern mithalten?“ und „Werde ich überhaupt Spaß haben?“ oder hatten meine Freunde recht als sie sagten 'Wie kannst du deine Ferien bloß freiwillig mit Lernen verbringen?'
Doch schon als ich aus dem Auto stieg und verzweifelt den Haupteingang suchte, wurde ich mit offenen Armen empfangen und ich merkte sofort, dass ich auf hilfsbereite, offene, nette und warmherzige Menschen getroffen bin und nicht auf jene, die ich in meinen Vorstellungen befürchtet hatte.
Nachdem zwei nette Mädchen mich zum Haupteingang begleiteten, musste ich mich in einer Anwesenheitsliste eintragen und mir wurde ein Zimmer zugeteilt. Natürlich habe ich mir auch über meine Zimmergenossin im Vorfeld Gedanken gemacht.
Doch jegliche Sorgen waren umsonst gewesen, denn ich durfte mir mit einem Mädchen das Zimmer teilen, welches eine sehr ähnliche Persönlichkeit und viele gleiche Interessen hatte wie ich. Ab diesem Zeitpunkt war ich mir schon fast zu hundert Prozent sicher, dass es tolle zehn Tage werden würden.
Noch am gleichen Abend des Ankunftstages versammelten wir uns in unseren Kursen. Zur Auswahl standen dieses Jahr Forensik, Philosophie und Psychologie und ich muss zugeben, mich haben alle Bereiche interessiert und die Entscheidung für ein Fach fiel mir nicht einfach. Schließlich entschied ich mich bei meiner Bewerbung für Psychologie und bin im Nachhinein absolut zufrieden mit meiner Wahl.
Die einzelnen Kurse waren jeweils von 18 Schüler/innen belegt und wir waren alle hochmotiviert. Am Anfang machten wir ein paar Kennenlernspiele, unsere Kursleiter stellten sich vor und wir durften Wünsche und Erwartungen äußern, welche ohne Ausnahmen berücksichtigt worden sind und zusätzlich haben wir auf alle unsere Fragen eine ausführliche Antwort erhalten, da die Kursleiter auch außerhalb des Unterrichts immer ein offenes Ohr für uns hatten und bereit waren, auf Fragen etc. einzugehen.
Nach einer kurzen Einführung in die bevorstehende Kursarbeit machten wir uns auf den Weg in die Mensa und ich stellte mich Erstaunen fest, dass das Essen ziemlich gut war und deshalb machten wir uns danach mit gut gefülltem Magen auf den Weg ins Bett. Bettruhe 23:00 Uhr!
Leider nicht ganz ausgeschlafen, aber motiviert machten sich viele von uns um 7:00 Uhr morgens auf den Weg, um eine Runde an der Rheinpromenade joggen zu gehen. Die abtrainierten Kalorien hatten wir jedoch ganz schnell wieder auf den Rippen, denn um 8:00 Uhr rief das Frühstück. Um 9:00 Uhr ging dann endlich die Kursarbeit los.
Die erste Episode dauerte dreieinhalb Stunden lang und in dieser Zeit haben wir uns hauptsächlich mit dem theoretischen Teil des Fachgebietes Psychologie beschäftigt, doch es wurde nie langweilig oder trocken, denn mit viel Mühe ermöglichten uns unsere Kursleiter einen informativen und spannenden Einblick in viele verschiedene Themen. Durch Filme, Präsentationen und Referate verarbeiteten wir alle theoretisch schwierige Informationen in praktischen Arbeiten.
Am Nachmittag fand eine zweite Episode statt, welche dieses Mal jedoch nur zweistündig war. Wir lernten kreativ, intensiv und vielfältig an hartem Stoff auf Universitätsniveau, doch ohne Leistungsdruck. Wir wurden gefördert, aber auch gefordert.
Am ersten Tag fand noch eine Begrüßungsveranstaltung statt bei der neben vielen anderen Dingen eines des Öfteren erwähnt wurde: „DIE AKADEMIE IST DAS, WAS DU AUS IHR MACHST!“ So lautete die Aussage und ich bin der Meinung, dass sich jeder einzelne diese zu Herzen nehmen und eventuell einen Bezug zur Schulzeit herstellen sollte.
Ich erlebte auf der Junior Akademie 2011 viele schöne Tage mit Menschen, die mir ähnlich sind, die sich engagieren, gerne lernen und diskutieren.
Doch bei dem ganzen Lernen kam der Spaß natürlich nie zu kurz. Dafür waren die zahlreichen und abwechslungsreichen Aktivitäten da, welche jeder nach Belieben besuchen konnte. Den Sportbegeisterten unter uns standen dank unserem Sportkursleiter jegliche Möglichkeiten offen. Natürlich wurde neben den Sportlern auch an die Musiker und Schauspieler unter uns gedacht.
Zusammen mit der Akademieleiterin (Ellen Rauscher) trafen sich alle Instrumentalisten täglich zum gemeinsamen Musizieren. In den zehn Tagen sind ein eigenes Orchester, eine Jazzband, eine Band und ein Chor entstanden und wir haben viel auf die Beine gestellt. Da ich jetzt nicht alles aufzählen kann, sage ich abschließend, dass wirklich für jeden etwas dabei war und nichts zu kurz kam.
Alle Teilnehmer sind zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen und das Gruppenklima war stets positiv. Damit wir uns alle einmal wiedertreffen wurde ein Nachtreffen organisiert und auch privat sind einige tolle Freundschaften entstanden und diese werden auch gepflegt.
Meine Erwartungen an die Junior Akademie wurden übertroffen und ich bin sehr froh darüber, die Möglichkeit gehabt zu haben, eine der wenigen zu sein, die an solch einem Projekt teilgenommen durfte.
Ich habe sehr viel aus dieser Zeit mitgenommen. Nicht nur Fachwissen, sondern auch wie das Lernen und Leben in einer Gruppe sein kann, wenn alle gleich behandelt werden und alle mithelfen. Da wir uns alle prima verstanden haben, fiel der Abschied sehr schwer und es sind einige Tränen geflossen.
Es war wirklich eine wunderschöne Zeit!
Nina Ring, E-Phase